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Weg vom Grübeln

6 plus 1 Tipps für eigene frische Ideen

Bild: Stephanie Hofschlaeger  / pixelio.de

Manchmal braucht man im Arbeitsalltag einfach dringend eine gute Idee. Sei es für ein Kundenangebot, für die Lösung eines konkreten Problems, für einen feierlichen Anlass oder ähnliches. Erfahren Sie hier sechs kleine erprobte Tricks und einen Extra-Tipp:

Tipp 1: Konstruktive Pause machen

Geben Sie den Platz vorm Computer auf. Erheben Sie sich, wechseln Sie kurz den Raum und erlauben Sie sich, auf andere Gedanken zu kommen. Wenn Sie die Möglichkeit haben, machen Sie etwas Konstruktives mit den Händen, etwas, das Ihren Kopf nicht so fordert. Sind Sie zu Hause, dann machen Sie eine kurze Hausarbeit. Im Büro gehen Sie zum Beispiel in die Teeküche und machen sich in Ruhe etwas zu trinken oder räumen dort vielleicht die Spülmaschine aus. Damit lösen Sie sich schnell von einer verbissenen Fokussierung.

Tipp 2: Stift und Papier

Schieben Sie die Tastatur weg, nehmen Sie sich Stift und Papier und schreiben Sie mit der Hand. Wenn Sie auf neue Ideen kommen wollen, müssen Sie sich neue Wege zumuten. Sich von der Tastatur zu lösen ist zum Beispiel einer dieser Wege. Es klingt vielleicht ungewohnt und in diesen Zeiten zunehmend eingeforderter Digitalisierung merkwürdig – aber nachweislich aktiviert das handschriftliche Arbeiten mehr Areale im Gehirn. 

Tipp 3: Den Denkrahmen weiten

Nehmen Sie sich ein leeres Blatt Papier und phantasieren Sie herum. Schreiben Sie erst einmal ganz ohne Wertung auf, was Ihnen in den Kopf kommt. Assoziieren Sie frei und notieren Sie alles, sei es auch noch so abwegig. Dieses Brainwriting wirkt aktivierend und sorgt dafür, dass Sie das Thema von mehreren Seiten einkreisen. Damit fördern Sie auch Ungeahntes zu Tage. Wenn Sie ein Flipchart haben oder ein Whiteboard, dann arbeiten Sie daran, im Stehen. Die veränderte Haltung fördert die Öffnung des Geistes zusätzlich. Sie können alternativ auch kleine Karten nehmen und jede Idee auf eine eigene Karte notieren.

Fällt Ihnen absolut nichts Neues mehr ein, dann bewerten und sortieren Sie diese vielen Ideen danach, was Ihnen für die aktuelle Fragestellung sinnvoll und möglich erscheint. Gehen Sie beispielsweise folgendermaßen vor:

  • Streichen Sie durch, was Sie aktuell nicht brauchen können.
  • Unterstreichen Sie, was vielleicht in Frage kommt.
  • Umkreisen Sie, was Sie richtig gut finden.

Vielleicht machen Sie auch ein Foto, um später auf die verschiedenen Ideen zurückgreifen zu können.

Tipp 4: Visualisierung

Unser Gehirn liebt bildhafte Darstellungen, mit ihnen verbinden wir spontan Emotionen, sie bleiben uns besser im Gedächtnis. Visualisierung heißt hier nicht, dass Sie gleich ein ganzes Bild zeichnen müssen (wobei Sie das natürlich tun könnten). Auch eine Mindmap ist schon eine Art Bild, das Sie bei Ideenfindung unterstützen kann. Oder Sie nutzen unterschiedliche Farben für verschiedene Aspekte des Themas. Oder Sie zeichnen Symbole. 

Zusammen mit dem Schreiben mit der Hand aktiviert dies unsere rechte Gehirnhälfte, mit der wir stärker die Kreativität, Intuition und Gefühle steuern. 

Tipp 5: Gute Stimmung

Setzen Sie Kopfhörer auf und hören Sie Ihre Lieblingsmusik. Das nimmt den Druck und fördert gute Laune. Gleichzeitig hilft es, sich neu zu fokussieren.

Tipp 6: Das Problem umdrehen

Sollte die gedankliche Mauer einmal richtig groß sein und Ihnen absolut nichts einfallen, dann probieren Sie doch einmal, sich mit Ihren Gedanken auf das Gegenteil zu fokussieren. Die Frage lautet dann: „Wie erreiche ich das Gegenteil von dem, was ich vorhabe?“ Um bei den eingangs genannten Bespielen zu bleiben: Was braucht es für ein unmögliches Kundenangebot, eine schlechtmöglichste Problemlösung, eine super-langweilige Feierlichkeit? Diese sogenannte Kopfstandmethode macht zum einen richtig Spaß und löst zum anderen manchen Knoten im Kopf.

Der Plus-Tipp: Internetsuche nutzen - aber richtig!

Was bei einer Blockade im Kopf immer geht, ist das Nachschauen im Internet, ob und wie andere an das eigene Thema herangegangen sind. Dabei besteht allerdings die Gefahr, sich in der Suche völlig zu verlieren (und viel zu viel Zeit für viel zu wenig sinnvollen Nutzen zu investieren) oder auch fremde Lösungen unreflektiert zu übernehmen (die dann nur so ungefähr passen).

Mein Plus-Tipp dazu lautet "Bewusste Begrenzung", und zwar auf zweierlei Weise: 

  1. Sie setzen sich eine bewusst kurze Zeit, z.B. 3 Minuten. Das "hetzt" Sie und verhindert, dass Sie sich in Details verlieren. Denn die Zeit ist knapp. Dieses sogenannte "Time-Boxing" funktioniert meiner Erfahrung nach sehr gut in allen möglichen Zusammenhängen, ob mit anderen oder allein. So auch hier.
  2. Sie schreiben die drei bis fünf besten Ideen direkt ab. Mit der Hand auf ein Blatt Papier. Und daran phantasieren Sie weiter, wie oben beschrieben.

Wie ergeht es Ihnen mit diesen Tipps? Nicht immer passt alles und vielleicht können Sie auch mit dem ein oder anderen Tipp gar nichts anfangen. Ich hoffe, es ist dennoch etwas dabei, dass Ihnen im Bedarfsfall weiterhilft.

Ich würde mich freuen, wenn Sie schreiben, wie Ihre Erfahrungen damit sind!

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