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Wenn wir von „Augenhöhe“ sprechen, meinen wir oft eine Haltung:
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Ich will, dass meine Entscheidungen nachvollziehbar sind.
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Ich möchte zuhören und wirklich verstehen.
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Ich will nicht von oben herab sprechen.
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Ich möchte als Mensch sichtbar sein – nicht nur als Rolle.
Und doch gibt es dabei einen blinden Fleck.
Denn Führung besteht nicht nur aus Beziehung. Sie bedeutet auch: eine andere Verantwortung zu tragen und eine andere
Perspektive zu haben.
Während Mitarbeitende auf ihren eigenen Arbeitsbereich fokussiert sind, weitet sich mit
Übernahme einer Führungsverantwortung der Blick:
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auf das gesamte Team,
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auf Zusammenhänge und Schnittstellen,
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auf strategische Ziele,
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auf wirtschaftliche Stabilität.
Da sind einfach unterschiedliche Perspektiven. Nicht besser oder schlechter – aber auch
nicht gleich.
Daraus entsteht Spannung.
Vielleicht kennst du solche Momente:
Du bekommst eine Entscheidung aus einer höheren Ebene. Und dein Team ist damit
überhaupt nicht einverstanden.
Du hörst zu und denkst: „Ich verstehe euch absolut.“ Und
gleichzeitig weißt du: Die Entscheidung steht. Sie muss jetzt umgesetzt werden.
Du erklärst, ordnest ein, hörst zu, versuchst, ein Verständnis zu
schaffen.
Und weißt eigentlich: Egal, wie gut du es machst – es wird nie für alle stimmig
sein.
Manchmal wird es innerlich unangenehm.
Manchmal entsteht Unmut im Team.
Vielleicht richtet sich der Ärger sogar gegen dich, und deine Mitarbeitenden sind
enttäuscht von dir.
Und das, obwohl du selbst anders entschieden hättest.
Genau hier zeigt sich, wie anspruchsvoll Führung wirklich ist.
Der Wunsch nach „Augenhöhe“ kann es dir in diesen Situationen sehr schwer machen.
Weil es dazu gehört, als Führungskraft zwischen unterschiedlichen Erwartungen zu stehen
– loyal gegenüber Entscheidungen zu sein, gleichzeitig die Bedürfnisse des Teams ernst zu nehmen und außerdem die Arbeitsfähigkeit des
Arbeitsbereichs zu sichern.
Du bist nah an deinem Team – und gleichzeitig Teil eines größeren Systems. Du nimmst
die Menschen ernst – und kannst gleichzeitig nicht auf alle Wünsche eingehen und alle Erwartungen erfüllen.
Vielleicht möchtest du auch ehrlich und transparent sein – doch es gehört zu deiner
Rolle, bestimmte Informationen zurückzuhalten.
„Auf Augenhöhe sein“ bedeutet nicht, dass Führungskräfte und Mitarbeitende auf
derselben Position stehen – auch wenn sie sich menschlich und respektvoll begegnen.
Vielleicht hilft dir auch eine andere Formulierung:
„In Verbindung bleiben – bei klarer Rolle.“
Das kann bedeuten:
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mir meiner Rolle und Verantwortung bewusst sein
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Entscheidungen so transparent wie möglich zu machen und bewusst die Aufgabe der
Vermittlerin anzunehmen
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Zuzuhören – auch wenn ich nicht zustimmen kann
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Menschen ernst zu nehmen, ohne falsche Versprechen zu machen
Und sicher auch: es auszuhalten, nicht immer Zustimmung zu bekommen.
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